„Kein Buch ist so schlecht, dass man nichts Nützliches daraus ziehen könnte, und Lesen ohne Notizen ist wertlos.“ ✍️
Plinius der Ältere, ein römischer Beamter und Universalgelehrter, betrachtete jede ungenutzte Zeit ohne Lernen als Sünde. Selbst während der Mahlzeiten, beim Baden oder auf Reisen hatte er stets einen Sekretär an seiner Seite, der ihm Bücher vorlas, und er exzerpierte Kernideen oder Fakten sofort in Notizen. Diese lebenslange Gewohnheit des Exzerpierens und Notierens war die Kraft hinter der Erschaffung der größten Enzyklopädie der Antike, der ‚Naturgeschichte‘ (Naturalis Historia).
Seine Leidenschaft für das Lernen, ohne den Stift jemals abzusetzen, erwies sich auch aus moderner Sicht der Lernpsychologie und Kognitionswissenschaft als der effizienteste Ansatz, um Wissen dauerhaft im Gedächtnis zu verankern.
Historischer & Wissenschaftlicher Beleg
Dieser Inhalt basiert auf Historische kritische Biografie und autobiografische Aufzeichnungen über Plinius' Leseexzerpte sowie kognitive neurowissenschaftliche Forschung.
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Inspiriert von historischen Größen? Machen Sie es zu Ihrer Gewohnheit!
1. Warum Exzerpieren und Notieren kognitiv dem reinen Lesen überlegen ist
Eine passiv-rezeptive Haltung des bloßen Lesens mit den Augen führt dazu, dass das Gehirn Informationen leicht aus dem Kurzzeitgedächtnis verliert. Wenn man dagegen den Kern des Textes zusammenfasst und physisch handschriftlich notiert, stimulieren die feinen Fingerbewegungen das retikuläre Aktivierungssystem (RAS) im Hirnstamm und aktivieren das gesamte Gehirn kraftvoll. Da das Gehirn während dieses Prozesses Informationen filtern und rekonstruieren muss, werden starke Abrufhinweise eingebettet, die sich stabil im Langzeitgedächtnis verankern.
2. Praktische 3-Schritte-Routine für den Alltag
Schritt 1: Kernwissen zum Notieren auswählen
Identifizieren Sie beim Lesen eines Buches oder Aufnehmen von Wissen die besten 10 % der Kernsätze oder Zahlen aus dem gesamten Text, die Sie am meisten inspirieren oder sich mit Ihren Gedanken verbinden. Lassen Sie die Gier los, alle Informationen zu notieren.
Schritt 2: Handschrift mit einem analogen Stift
Bereiten Sie analoge Schreibgeräte und ein Notizbuch vor und schreiben Sie ausgewählte Sätze in Ihrer eigenen Handschrift auf. Spüren Sie das Gefühl an den Fingerspitzen und den Widerstand der Tinte, die ins Papier einzieht, während Sie im Kopf ruhig über die Bedeutung nachdenken.
Schritt 3: Quelle und Tags angeben
Notieren Sie am Ende oder in der Zeile unter dem geschriebenen Satz klar den Buchtitel, Autor und die Seitenzahl in Klammern. Dies setzt einen Meilenstein, der bei späterem Bedarf das schnelle Auffinden und Überprüfen von Wissensquellen ermöglicht.
3. Leitfaden für kluges Exzerpieren und Notieren
Das unüberlegte Abschreiben ganzer Absätze aus einem Buch (Transkription) sollte vermieden werden. Dies grenzt an einfache Arbeit, die das Gehirn umgeht und nur kognitive Ermüdung verursacht. Extrahieren und schreiben Sie nur inspirierende Sätze oder zentrale Schlüsselwörter selektiv handschriftlich auf. Machen Sie es sich außerdem zur Gewohnheit, die Buchquelle und Seitenzahl immer in Klammern anzugeben, damit Sie das exzerpierte Wissen später nachverfolgen können.
📌 Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das Schreiben mit einem Stift auf einem Tablet oder das Tippen auf einer Tastatur ebenso effektiv? ▼
Das direkte Schreiben mit einem digitalen Stift auf einem Tablet erzeugt Effekte, die einem physischen Stift sehr ähnlich sind. Das Tippen auf einer Tastatur ist jedoch eine automatisierte Eingabehandlung, die fast keine kognitive Verarbeitung begleitet. Die langsamere Geschwindigkeit der Handschrift zwingt das Gehirn, Informationen zusammenzufassen und zu verdauen, was die Gedächtnisbehaltensrate signifikant verbessert.
Gibt es eine Möglichkeit, exzerpierte Notizen so zu organisieren, dass sie bei zunehmender Menge nicht verloren gehen? ▼
Wir empfehlen John Lockes Methode des Sudelbuchs (Commonplace Book). Erstellen Sie ganz vorne oder hinten im Notizbuch eine Indexseite und notieren Sie die beschriebenen Seitenzahlen nach Wissenskategorien oder alphabetisch. Alternativ ist das einmal monatliche Scannen von handschriftlichen Notizbüchern und das Kategorisieren mit digitalen Tags ein guter Kompromiss.















